CYBERHOLIC /// BLOGGER SINCE 09/2000

360 soundcheck 3 making of.

Published on Jan 24, 2020 22:57:00

Mir tun alle Knochen weh. Jeden einzelnen Muskel spüre ich vor lauter Anspannung die den gesamten Vormittag anhielt. Ich hatte mir gestern vorgenommen heute die dritte 360 Soundcheck Folge für YouTube zu produzieren. Diesmal allerdings mit der APE. Die Location hatte ich bereits vor Monaten ausgemacht, wenn auch nicht wirklich auf "Ape-Fähigkeit" ausgecheckt. Heute hatte ich dann von 10 bis 15 Uhr ein Zeitfenster. Fünf Stunden. Kalkuliert hatte ich nur drei. Am Ende wurden es 5 Stunden 10 Minuten. Ich war sogar kurz davor Schlomo mit der APE von der Schule abzuholen.

Von 9 bis 10 hab ich nochmal das gesamte Equipment gegen gecheckt. Bereits da war mein Puls auf 180. Es hat mich die ganze Zeit an die Showtage der Carlos Pinto Show erinnert. Man ist mega angespannt weil man einfach alles so gut wie möglich umsetzen möchte und bei so viel Technik ist der Fehler-Faktor extremst hoch. Da ist der Controller der vielleicht plötzlich nicht mehr auf den Rechner reagiert. Der Rechner der plötzlich nicht mehr geht. Die Kamera die nach wenigen Minuten abbricht. Das audio-recording das was anderes aufnimmt oder sogar übersteuert. Letzteres versuche ich zu vermeiden indem ich zwei recording mitlaufen lasse: am Rechner und am Zoom H2n. Es ist meine todo-list von der todo-list.

Ich steige u knapp vor 10 in die APE und fahre gen Bahia Feliz. Den Berg in San Agustin bewältigt der Honigdachs mit knallharten 5KmH. Runter geht es wieder mit über 60 Sachen. Die gesamte APE wackelt und mir scheint es als würden sich sämtliche Schrauben vom Motor lösen. Kurz vor meinem Ziel gibt es noch eine Abzweigung. Ich nehme die Falsche und bewege mich gerade Richtung Autobahn-Auffahrt. Vollbremsung und rechts rangefahren. Ich kann meine Dummheit nicht fassen, steige aus, gehe knapp 30 meter zurück zu der Fahrbahnbeschilderung und kotze. Indirekt. Im Kopf. Aus meiner Richtung kommend sehe ich in der Ferme zwei Autos. Nicht mehr. Ich steige in die APE, warte bis die an mir vorbei sind und schiebe die APE rückwärts wieder runter. Too old to die young! 5 Minuten später gehts wieder auf der richtigen Strecke weiter.  Nach dem GC Karting, so ca. 2 Km rechts dann auf offenes Feld. Der Weg ist uneben, steinig und voller Löcher. Der Dachs wackelt und knirscht. Bei Schritt tempo. Wenn mir das Ding jetzt umkippt kann mir keiner mehr helfen. Nach dem ersten Hügel entdecke ich in der Ferne ein paar geparkte Autos und Wohnmobile. Zivilisation. Aussteigende Zivilisation. Oder einfach nur Leute die ungestört poppen wollen. Ich hoffe auf Zivilisation.

Irgendwann stehe ich mit der APE fast am Meer. Derbste Stelle. Ich schalte den Motor aus und höre die Steine untem am Wasser wie sie durch die Wucht der Wellen umhergewirbelt werden. Ich bin tatsächlich mal wieder mit der APE am Meer. Kurzerhand entscheide ich mich das Zelt aufzumachen. Nach fast drei Jahren das erste mal. Ich baue es ganz aus. Mit allen Fenster-Stangen, öffne die Windschutz Vorrichtungen. Es ist alles wie neu. Als hätte ich es gestern gekauft. Absolute top Qualität von Nakatanenga. Erstmal hinflezen und mit dem Meer Gedanken austauschen. Hey Dad, whats up!?

Als nächstes kommt das gesamte DJ equipment. Nach knapp einer halben Stunde steht alles. Es folgt das Video Eqiupment. Auch hier passt alles so wie ich es mir ausgedacht hatte. Nur sollte ich tatsächlich überlegen von einem Monopod auf ein normales Stativ umzusteigen. Ich beginne mit der DJ session. In meinem Herzen und in meinem Kopf dreht sich alles. Nimmt das Audio-Backup auf? Schneidet der Rechner mit? Luft die Kamera? Kurz muss ich an den Villalobos Auftritt denken. Voll zugedröhnt sämtliche Mitten udn Bässe raus zu nehmen, sich darüber belustigen und seinen Job nicht ernst nehmen ist ganz schön dreckig, wenn die 20.000 Gäste über 100 Tacken für das Festival bezahlt haben. Und ich mache mir sorgen ob die Sonne meine Kamera zerstört.First-World DJ-Problems.

Nach knapp 1 Stunde 15 Minuten ist alles vorbei. Es gab zwei drei Fehler beim mischen weil mein Kopf woanders war. Vielleicht auch weil ich mir mehrere male den selbigen an der APE gestossen hatte. Aber es ist geschafft. Dieser zweite Teil. Ich beginne mit dem aufräumen und stelle fest das es bereits halb drei ist. Wenn ich, wie bei der Hinfahrt, knapp eine halbe Stunde auf der Strasse benötige, wird das ganz schön knapp. Vom Strand runter, dann die Landstrasse lang, Auto wechseln, und Schlomo abholen. In kurzen Details: die steinige Strandstrecke bin ich mit ca. 20KmH rübergebrettert. Dabei öffnete sich ein mal die Heckklappe und ich musste aussteigen und sie schliessen. Die Landstrasse bin ich mit 50 langedonnert und bei der Abfahrt vom San Agustin Berg zitterte der Tachoanzeiger heftigst zwischen 70 und 80. Bei der letzten Kurve vorm Tal hob das hintere linke Rad kurz an. Hier ein Unfall wäre nicht allzu tragisch denn die Clinica Roca befindet sich in knapp 50 Meter Entfernung. Auto gewechselt und direkt zur Schule. Meine Schuhe voller Sand und Staub. Meine Hose auch. Mein Hemd durchgeschwitzt. Mein Gesicht voller Sand, Staub und Rot wie eine Krabbe. Ich flez mich in der Schule auf den Schulhof. Als Schlomo rausrennt, gibt es keine Umarmung und kein "Hallo". Er wirft mir seinen Ruksack entgegen, schaut auf meine Schuhe und fragt "Wieso hast du solche Stiefel an?". Ich so: "Ich habe gearbeitet." "Als was?", fragt er. Gute Frage. was war ich heute eigentlich schon wider alles?

Related posts

Saturday, 25.01.2020 08:12:00
Thursday, 26.12.2019 13:57:00
Wednesday, 11.12.2019 22:52:00
Wednesday, 20.11.2019 21:59:00
Monday, 24.06.2019 20:57:00
Tuesday, 12.03.2019 22:57:00
Thursday, 15.11.2018 12:58:00